Lebensretter

Kiwanier in Italien bringen lebensrettende Maßnahmen bei.

Geschichte von Julie Saetre

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Jedermann der schon einmal den Krankenwagen für ein Familienmitglied, einen Freund oder auch einen Fremden rufen musste, kennt dieses unheimliche Gefühl. Sekunden kommen einem wie eine Ewigkeit vor und man wird von Unruhe und Hilfslosigkeit übermannt: Wird der Krankenwagen rechtzeitig ankommen, um den Patienten zu retten?

Mitglieder des Kiwanis Clubs Panormo, Italien, haben sich entschlossen, etwas gegen zwei häufig auftretende Notsituationen zu unternehmen: Erstickungsfälle (insbesondere bei Kleinkindern) und Herzinfarkte.

Laut Clubpräsident C. Alessandro Mauceria ereignen sich mehr als 50 Prozent aller Erstickungsfälle bei Kindern unter fünf Jahren. Um das Leben eines Kindes zu retten, muss man in der Lage sein, schnell handeln zu können.

„Nur durch schnelles Handeln können schwerwiegende gesundheitliche Schäden vermieden werden. Sobald sich ein Unfall ereignet ist das effektive Eingreifen innerhalb eines Zeitraums von fünf  Minuten von höchster Wichtigkeit“, sagt er. „Nachdem dieser Zeitraum überschritten ist, verringert sich die Überlebensrate pro Minute um 10 Prozent. Häufig gelingt es zwar, dass der Tod vermieden werden kann aber es kommt aufgrund von anhaltendem Sauerstoffmangel zum Gehirn zu unumkehrbaren Folgeschäden.“

Sofortmaßnahmen sind auch bei Herzinfarkten von oberster Wichtigkeit. In Italien sterben nahezu 70.000 Menschen jährlich an einem Herzinfarkt, fügt Mauceria hinzu.

„In Untersuchungen wurde festgestellt, dass man die Hälfte dieser Menschen hätte retten können, wenn ausgebildete Retter innerhalb von zwei Minuten oder weniger zur Stelle gewesen wären, um einzugreifen.“

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Aus diesem Grund trafen die Mitglieder des Kiwanis Clubs Panormo im letzten Oktober den Entschluss, eine Vereinbarung mit einer nationalen Gruppe von Ärzten und Schulungsleitern einzugehen und anderen Menschen das Heimlich-Manöver sowie kardiopulmonale Reanimation (CPR) beizubringen, um somit Erstickungs- und Herzinfarktopfern zu helfen. Die Kiwanier besuchen fast wöchentlich Schulen, Kirchen, Sport- und andere öffentliche Einrichtungen, um die lebensrettenden Maßnahmen, die bei Erwachsenen, Kindern und Babys im Notfall angewendet werden müssen, zu demonstrieren. Zudem führen ausgebildete Fachleute die Anwendung eines Defibrillators – ein Gerät, mit dem durch elektrische Stromstöße der Herzrhythmus wieder in Gang gebracht werden kann –  vor.

Einige Mitglieder des Kiwanis Clubs Panormo gingen sogar einen Schritt weiter und nahmen an der Basic Life Support-Defibrillation (BLS-D) – Ausbildung teil. Die Teilnehmer an dieser Ausbildung erhalten ein Zertifikat, in dem bestätigt wird, dass sie in der Anwendung von Defibrillatoren in Italien geschult sind.

„Es ist wichtig Menschenleben zu retten“, betont Mauceria. „Wir sind zu jederzeit darauf vorbereitet.“


Diese Geschichte erschien ursprünglich in der Juni-2017-Ausgabe des Kiwanis-Magazins

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