Jazzfestival

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New-Orleans-Jazzklänge stehen bei einer Spendenaktion in der Schweiz im Mittelpunkt.

Geschichte und Bilder von Kasey Jackson

8 Uhr morgens in Zofingen, Schweiz. Es ist Anfang Juli und die warme Morgensonne hat bereits das Kopfsteinpflaster erwärmt. Es wird mit Sicherheit ein langer Tag werden. Darauf sind die dreihundert Freiwilligen jedoch vorbereitet. Freundliche Blicke, morgendliche Grüße und ein Händedruck werden ausgetauscht, bevor es an die Arbeit geht. Es gibt viel zu tun.

Kiwanis-Mitglieder aus elf Clubs von drei Divisionen sind zum jährlichen Jazzfestival „New Orleans Meets in Zofingen“ eingetroffen. Die kleine, ummauerte Stadt, die im Jahr 1201 gegründet wurde, begeistert die Besucher mit Jazz, Blues und bester Unterhaltung. Jeden Abend finden auf insgesamt drei Bühnen musikalische Live-Auftritte statt. Zuvor müssen jedoch noch Zelte aufgestellt, Essen gekocht sowie Bier und Wein gekühlt werden. Dann werden der Soundcheck durchgeführt, die Beleuchtung geprüft und Absperrungen aufgebaut. Jeder weiß, was er zu tun hat. Alles läuft nach Plan. „Perfekt“, sagt der Kiwanier Markus Lanz, der mit einem Funksprechgerät in der einen und einem Mobiltelefon in der anderen Hand ausgerüstet ist. Er ist für die Sicherheitskontrollen verantwortlich. Er wartet auf das Eintreffen von 20 Sicherheitskräften und erkundigt sich nach deren Status. Etwas später sieht man ihn wieder, als er auf einem Roller umherfährt.

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Er weist seine Hilfskräfte auf einen „Geheimweg“ zwischen den Gebäuden hin. Denn später, wenn die Menschenmengen größer werden, wird es unter Umständen schwierig sein, ohne Probleme die Bühnen zu erreichen. Er verteilt wichtige Informationen wie diese, um die Arbeit seiner Helfer zu erleichtern.

Dieses Jahr findet das Zofinger Jazzfestival zum 21. Mal statt. Es ist ein großes Ereignis. Bis zum ersten Auftritt haben sich bereits an die 7.000 Besucher eingefunden. Das ist eine Menge für einen Montagabend (in einer Schulwoche) in einer kleinen Stadt mit etwas mehr als 11.000 Einwohnern. Fast alle sind gekommen.

Die Aufbauarbeiten sind beendet und das Jazzfestival beginnt. Die freiwilligen Helfer übernehmen jetzt andere Jobs. Die Kiwanier nehmen Eintrittskarten entgegen, servieren Getränke, schneiden Fleisch, bedienen die Kasse und bereiten Mahlzeiten für die Musiker zu. Die Liste der Aufgaben ist endlos.

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Papa’s Finest Boogie Band betritt die Hauptbühne und bringt die Stadt zum Beben. Tänzer des Pink-Cadillac-Vereins schwingen das Tanzbein, während die Menschenmenge mit den Füßen wippt und im Takt mitklatscht. Kinder beobachten fasziniert den Wirrwarr von Farben, als die Männer die Frauen mit ihren bunten Röcken in die Luft heben und vor dem Hintergrund des Abendhimmels umherwirbeln. Ein kleiner Junge macht sich über seine Lieblingsspeise, die beim Festival angeboten wird – einen „New-Orleans-Megaspiess mit Burli“ – her. Dieser Fleischspieß mit einem Stück Brot am Ende schmeckt einfach herrlich!

Als die Dunkelheit einbricht, wird es etwas kühler, den Besuchern wird aber mit dem Auftritt von Sharrie Williams weiterhin eingeheizt. Viele kämpfen sich nach vorne zur Bühne durch, um die „Princess of Rockin’ Gospel Blues“ zu sehen. Sie kommt aus den Vereinigten Staaten und zieht ein breites Publikum an. Ein älteres Paar tanzt gemeinsam unter dem Sternenhimmel, während sich ein junger Mann mit langem Haar und hochgestreckten Fäusten vorne an der Bühne zu den Klängen der Musik bewegt, als würde ihn niemand sehen.

Aber es geht nicht nur um die gute Stimmung. Es geht auch um einen guten Zweck. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten und der in den Buden angebotenen Leckereien konnten bereits viele Kiwanis-Projekte gefördert werden, zum Beispiel ein Sportverein für Behinderte, ein Freizeitzentrum, Theatergruppen für Kinder und Teenager, ein Football-Camp und ein Modellclub-Fundraising für das Eliminate-Projekt.

Diese Geschichte erschien ursprünglich in der September 2017 Ausgabe des Kiwanis Magazins.


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