Gib Gas, Baby!

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DANK DER KIWANIER AUS ILLINOIS WIRD KINDERN MIT SPINA BIFIDA ERMÖGLICHT, SICH FREI ZU BEWEGEN.

Geschichte von Danielle Castonzo | Bilder von Ron Orzel/Foto Ops

Es ist ein wunderschöner Sommertag. Die Sonne strahlt durch die Fenster des Shriner Kinderkrankenhauses in Chicago. Im Krankenhaus haben sich 12 jüngere Kinder und ihre Familien versammelt. Sie warten ungeduldig darauf, was als nächstes geschieht. Puppenspieler schlendern durch die Menschenmenge und animieren die Kinder dazu, den Figuren, die wie die Muppets aussehen, ihre Hände entgegenzustrecken.

Die wichtigen Tätigkeiten finden allerdings auf den Tischen statt, die im ganzen Raum verteilt aufgestellt wurden. Diese Tische sind von Teenagern und Erwachsenen umringt, die sich auf eine wichtige Arbeit konzentrieren: den Bau von kindergroßen motorisierten Fahrzeugen. Auf den ersten Blick sehen die kompakten Fahrzeuge genauso aus wie diejenigen, die in vielen Hofeinfahrten zu sehen sind.  Der Unterschied liegt jedoch darin, dass diese Fahrzeuge Kindern, die mit Spina bifida auf die Welt gekommen sind, sehr bald ein neues Freiheitsgefühl schenken werden.

Spina bifida ist eine Fehlbildung des Rückenmarks und der Wirbelsäule. Die Wirbelbögen die normalerweise das Rückenmark umschließen, verschließen sich nicht richtig. Viele Kinder, die mit einer Spina bifida auf die Welt kommen, sind in ihrer Mobilität eingeschränkt. Unabhängig können sie die Welt in der sie leben nicht erkunden. Oft benötigen die Betroffenen Gehstützen, einen Rollstuhl oder sie werden von ihren Eltern getragen. Bei der Go-Baby-Go-Veranstaltung, im vergangenen Juni, haben 12 dieser Kinder, dank des Einsatzes von Kiwanis-Mitgliedern, ein neues modernes Transportmittel erhalten.

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Go Baby Go wurde im Jahr 2012 von der University of Delaware ins Leben gerufen. Seither hat sich dieses Programm international ausgebreitet. Vor zwei Jahren hatte sich der Kiwanis Club River Forest/Oak Park entschlossen, eigene Bemühungen durchzuführen. Im Jahr 2017 ging der Club Partnerschaften mit der Illinois Spina Bifida Association, der Shirley Ryan AbilityLab of Northwestern University, dem Ann & Robert Lurie Children’s Hospital of Chicago, Shriner’s Hospital for Children und anderen Kiwanis Clubs und Key Clubs ein, um dieses Projekt voranzutreiben.

Bill Piper ist Mitglied des Kiwanis Clubs River Forest/Oak Park Kiwanis Club und ehemaliger Exekutivdirektor der Stiftung Spastic Paralysis Research, die seit 60 Jahren Fokus des Distrikts Illinois-Eastern Iowa gewesen ist. Bill erklärt, dass die Teilnehmer darum bestrebt sind, die Mobilität und Lebensqualität der Kinder zu verbessern, und dass jedes Fahrzeug individuell den spezifischen Bedürfnissen der Kinder angepasst wird.

Zu Beginn des Projekts sammelten die Mitglieder Informationen über die speziellen Behinderungen und Schwächen der einzelnen Kinder. Einer der Empfänger des Jahres 2017 benötigte 12 Stunden am Tag eine Ernährungssonde und war somit in seiner Bewegungsfreiheit sehr eingeschränkt.

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„Die Ingenieure haben das Fahrzeug des Kindes mit einer Röhre ausgestattet, die nach oben gerichtet ist, wenn das Kind im Auto fährt oder darin spielt“, sagt Piper. „Den Eltern zufolge hat sich dadurch der gesamte Tagesablauf geändert. Das Kind liebte es, im Auto zu sitzen und darin zu spielen.“

Statt eines Pedals zum Gas geben werden die Autos mit einem Knopf ausgestattet. Dieser Knopf zur Beschleunigung des Fahrzeugs wird unter Absprache mit dem Therapeuten der jeweiligen Kinder an einer günstigen Stelle montiert. Zur Sicherheit der jungen Fahrer werden Sicherheitsgurte und Not-Aus-Schalter eingebaut. Maschinenbaustudenten der Northwestern University helfen den Freiwilligen beim Zusammenbau der Autos und überprüfen die korrekte elektrische Umwandlung.

Arun Jayaraman, Mitglied des Kiwanis Clubs River Forest/Oak Park und Direktor des Max Näder Labors von AbilityLab sagt, dass behinderte Kinder mit diesem Fahrzeug die Möglichkeit haben, mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen und sich bei Spielen beteiligen können. Wenn die Kinder in ihren Autos am Spielplatz auftauchen, zählen sie zu den „coolen Kids“ der Nachbarschaft, sagt er.

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„Diese Kinder werden oft von ihren Eltern getragen oder sie benutzen einen Rollstuhl um sich fortzubewegen“, sagt Jayaraman. „Im eigenen Auto zu sitzen und neue Bewegungsmöglichkeiten zu verspüren ist befreiend.“

Beim Bau der Spielzeugautos waren Freiwillige der Kiwanis Clubs Algonquin-Lake in the Hills, Bensenville/Wood Dale/Franklin Park, Forest Park, Lombard, Montclare-Elmwood Park, Northlake, St. Charles und Woodstock behilflich. Zudem haben sich auch die Key-Club-Mitglieder der Byron High School, Dixon High School, Guerin Prep und Marian Central Catholic High School engagiert.

Im vergangenen Sommer veranstaltete die Illinois Spina Bifida Association ein Schulungsseminar, um anderen Organisationen im Bundesstaat zu helfen, Go-Baby-Go-Arbeitskreise in den Gemeinden durchzuführen.

„Das Engagement des Kiwanis Club River Forest/Oak Park und aller beteiligten Clubs ist bemerkenswert. „Sie erweisen Kindern und Familien, die mit Spina bifida leben einen großen Dienst“, sagt Matt Larsen, der Exekutivdirektor der Vereinigung. „Wir sind sehr dankbar für die Mission die Kiwanis verfolgt, die Welt zu verbessern: ein Kind nach dem anderen und eine Gemeinde nach der anderen.“


Diese Geschichte erschien ursprünglich in der Oktober-2017-Ausgabe des Kiwanis-Magazins.

One comment

  • Beim vollen Verständnis über die Notwendigkeit, diesen Kindern zu helfen, ist die WERBUNG FÜR BMW WIEDERLICH. Diese Kinder werden diese Karossen niemals fahren.

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