Autoschau

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Ein Schweizer Kiwanier mit einer Leidenschaft für klassische Autos und Tanksäulen.

Geschichte und Bilder von Kasey Jackson

Martin Jaggi sitzt lächelnd in seinem Büro im Energy Park Eventmuseum in Laupersdorf, Schweiz. Jemand macht gerade auf die zauberhafte Aussicht aufmerksam, die er von seinem Fenster aus hat. Eine weitläufige Gegend mit perfekt gepflegtem Gras, die langsam verschwindet und in das Juragebirge nordwestlich der Alpen übergeht. Die ganze Landschaft ist verständlicherweise ein grünes Paradies – sehr grün! Dazu kommt außerdem ein wolkenfreier herrlich blauer Himmel.

„Es ist wirklich perfekt“, sagt Jaggi.

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Martin Jaggi ist Mitglied des Kiwanis Clubs Oensingen-Bechburg.

Die Besucher des Energy–Park–Eventmuseums kommen aber nicht nur wegen der wunderschönen Landschaft nach Laupersdorf. Sie sind neugierig, was sich in dem Teil des Gebäudes unterhalb von Jaggis Büro befindet.

„Ich sammle Tanksäulen“, sagt er. „Ich habe sehr viele. Und auch Autos.“

Dies ist jedoch untertrieben, was offensichtlich wird, sobald man den zweistöckigen Ausstellungsraum betritt, der den Großteil des riesigen Gebäudes einnimmt. Das Gebäude ist Jaggis Standort für mehrere Geschäftsbereiche: Automuseum, Veranstaltungsplanung und Werbung. Diese Betätigungsfelder kommen den Kiwaniern im nahegelegenen Zofingen sehr gelegen. Sie benötigen Unterstützung bei der Planung ihres jährlichen Jazzfestivals (lesen Sie den Artikel „Jazzfestival“ in der Ausgabe September 2017). Jaggi kümmert sich um die Logistik für die Bands, die Werbung die Veranstaltungsförderung. Aber falls Sie diesen Ort betreten, der vom Eigentümer Jaggi verwaltet wird, sind Sie höchstwahrscheinlich hier, um seine Autos und seine Sammlung zu sehen.

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Wie und woher hat er diese Sammelstücke bekommen?

„Als 15-Jähriger fing ich an Tanksäulen zu sammeln, weil sich kein anderer Mensch dafür interessierte“, sagt er lachend. „Ich sah eine Art-déco-Tanksäule aus den Vereinigten Staaten und war total davon fasziniert. Damit begann alles.“

Laut Jaggi gibt es nicht viele Menschen in Europa, die Tanksäulen sammeln. Und nur wenige können mit seiner Sammlung konkurrieren.

„Ich habe mehr als 600 Tanksäulen“, sagt er. „Ich glaube, es ist die größte Sammlung weltweit. Ich besitze Tanksäulen aus jedem Jahrzehnt. Manche Leute sammeln nur bestimmte Tanksäulen aus den 30er, 40er oder 50er Jahren. Ich sammle sie aus allen Jahrzehnten.“

Etwa acht Jahre lang besaß Jaggi ein kleineres Museum in einem nahegelegenen Ort. Es dauerte nicht lange, bis er für seine Sammlung mehr Platz benötigte.

„Ich erhielt eine Kollektion von 150 Tanksäulen von einem Sammler“, sagt er. „Der Mann war über 80 Jahre alt und schenkte mir seine gesamte Sammlung weil sich kein Mensch dafür interessierte.“

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Über die Jahre hinweg erhielt Jaggi von verschiedenen Menschen kostenlos weitere Tanksäulen. Auch Autos wurden ihm geschenkt. Diese Leute wollen auch anderen eine Freude mit diesen Stücken machen. Deshalb spenden sie ihre eigenen Sammlungen an Jaggis Energy Park. Niemand lehnt ein kostenloses Kunstwerk ab!

„Ich bin Sammler, kein Händler“, sagt er. „Letztes Jahr habe ich neun restaurierte Autos von einem Mann bekommen, der in ein Altersheim ziehen musste. Neun Autos! Er fragte mich, was er mit seinen Autos machen sollte. Er wollte, dass auch andere Leute sie zu sehen bekommen.“

„Also, was meine Autos betrifft“, sagt er, während er sich durch den Ausstellungsraum bewegt, „einige meiner ersten Autos waren Studebakers. In der Schweiz gibt es nicht viele davon. Meiner Meinung nach sind dies die besten Autos mit dem besten Design überhaupt. Ich war 17 Jahre alt, als ich meinen ersten Studebaker aus den Vereinigten Staaten kaufte. Ich restaurierte diesen Wagen komplett. Und jetzt gibt es ein Museum, das für jedermann geöffnet ist, der diese Fahrzeuge sehen möchte.“

Bei so vielen Fahrzeugen fällt es einem bestimmt nicht leicht, ein Lieblingsauto zu wählen. Jaggi zögert jedoch keine Sekunde, diese Frage zu beantworten.

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„Ich habe zwei Lieblingsfahrzeuge“, sagt er. „Einen Mercedes 300 SL und den Facel Vega II, den es sehr selten gibt. Es wurden nur 182 davon produziert. Ers war im Jahr 1964 das schnellste Auto der Welt. Den Mercedes 300 SL gibt es in zwei Versionen: als Flügeltürer und als Cabriolet. Ich habe zwei davon, einer steht zu Hause.“

Jaggi besitzt um die 50 Autos. Seine Sammlung umfasst einen Panhard Dyna X-86 von 1950, einen Packard Viktoria Graber Cabriolet von 1932, einen Studebaker Champion von 1951 und einen Citroën 15 Six von 1950.

Doch egal, wie viele Fragen man ihm zu seinen Autos stellt, das Gespräch schweift immer wieder zurück zu den Tanksäulen.

„Ich bin einfach vom Design dieser Stücke begeistert“, sagt er und zeigt auf eine Polly-Tanksäule aus Indiana. „Es ist ein Kunstobjekt. Nach den 70ern sahen alle Tanksäulen gleich aus. Die alten Stücke sind einfach schön.“


Kennen Sie einen Kiwanier, der sich mit interessanten Dingen beschäftigt? Dann senden Sie eine E-Mail an shareyourstory@kiwanis.org.

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