KIWANIS-FUSSBALL-FESTIVAL

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Kiwanis-Mitglieder in den Philippinen verwirklichen Kinderträume – ein Kick nach dem anderen.

Geschichte von GRACE BONDAD-NICOLAS

Fahrräder, Fahrräder – überall stehen Fahrräder. Gebrauchte, beschädigte und ungewollte Fahrräder werden zu Tausenden aus ganz Südostasien nach Kambodscha geliefert. Die Räder werden fast zweieinhalb Meter hoch auf Tuk-Tuk-Fahrzeugen gestapelt. Danach geht die Fahrt durch die überfüllten Straßen Phnom Penhs zum Heng Ly Market, wo sich eine Fahrrad-Recycling-Werkstatt nach der anderen befindet. Hier werden Kettenschaltungen ausgetauscht, neue Speichen eingesetzt und die Rahmen neu gestrichen. Wenn die zukünftigen Eigentümer Glück haben, befinden sich sogar eine Klingel und ein Korb am Lenkrad. Die wieder hergerichteten Fahrräder werden den besten Erdenbürgern gescheckt, die es gibt: den Kindern.

An einem Mittwoch, einem warmen Tag im Juni, reihten Kiwanier aus Kambodscha und Japan 50 Fahrräder, Lenkrad an Lenkrad, in einer schattigen Ecke des geräumigen Innenhofes der Sen Sok Grundschule auf. Die Schüler drückten auf die Klingeln, zupften an den Ketten und rubbelten Aufkleber auf die Fahrradrahmen, auf denen „Kiwanis Club Fukuoka, Japan“ steht. Einige mutige Kinder setzten sich auf den Sattel und traten in die Pedale. Sie bewegten sich jedoch nur auf der Stelle weil der hintere Reifen des Fahrrades wegen dem ausgeklappten Fahrradständer den Boden nicht berührte.

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Sechs Mitglieder des Kiwanis Clubs Fukuoka flogen von Japan nach Phnom Penh, um 50 Fahrräder, die von den Werkstätten im Heng Ly Markt wieder hergerichtet worden sind, an Schüler der Sen Sok Grundschule zu übergeben. Es war ein besonderer Tag für diese Kinder, die in ihren jungen Jahren schon sehr viel miterlebt hatten. Viele von ihnen lebten einst in einem Teil der Innenstadt, in dem es oft zu tragischen Wohnungsbränden kam. Vor kurzem siedelte die Regierung die Einwohner nach Sen Sok, einer Gemeinde am nordwestlichen Teil der Hauptstadt, um. Sie leben jetzt in einer sicheren Umgebung aber vielen Familien fehlt es weiterhin an notwendigen Dingen.

„Viele Familien können sich die Schuluniformen, die ihre Kinder in der Schule tragen müssen, nicht leisten“, sagt Thor Koeun, der ehemalige Präsident des Kiwanis Clubs Phnom Penh.

Der Kiwanis Club Phnom Penh wurde im Jahr 2013 gegründet. Er hat sich als Club etabliert, der sich um bedürftige Kinder bemüht und regelmäßig Materialien, Nahrungsmittel und Uniformen an die Kinder der lokalen Schulen verteilt. Das Engagement dieses Clubs in der Kiwanis Region Asien-Pazifik, hat das Interesse anderer Kiwanis-Mitglieder geweckt. Der Kiwanis Club Phnom Penh arbeitet eng mit den lokalen Schulen zusammen und estellt Listen mit Artikeln, die dringend benötigt werden. Diese Listen werden mit anderen Kiwanis Clubs in Asien getauscht. Mitglieder aus verschiedenen Club besuchen Kambodscha und bringen Geschenke wie: Seife, Shampoo, Zucker, Reis und vielleicht einen der beliebtesten Artikel bei den Kindern – ein Fahrrad.

Vor drei Jahren ging der Kiwanis Club Fukuoka eine Partnerschaft mit dem Kiwanis Club Phnom Penh ein. Mitglieder der beiden Clubs verschenkten 50 Fahrräder an Schüler der Hun Sen Kompong Phnom High School. Im vergangenen Juni kehrten sie nach Kambodscha zurück und verschenkten Fahrräder an Schüler in Sen Sok.

„Mehr als 1.000 Schüler besuchen die Grundschule in Sen Sok“, sagt Uk Chanveasna, Präsident des Kiwanis Clubs Phnom Penh. Von diesen Kindern sind 165 von Armut betroffen. Wir haben die 50 Fahrräder den ärmsten dieser Kinder geschenkt. Die restlichen 115 Kindern haben Schulmaterialien erhalten.“

Nach einer Einführungszeremonie, einer Ansprache und einem Lied, das von den Kindern vorgetragen wurde, führten die Kiwanis-Mitglieder jeden einzelnen der 50 auserwählten Schüler zu seinem neuen Fahrrad. Eines der Mädchen umklammerte fest ihr 10-Gang-Rad, das mit einem Korb ausgestattet war. Ein Junge suchte sich sein Fahrrad aus und verschwand damit in einer ruhigen Ecke, wo er es sorgfältig inspizieren konnte. Reifen wurden gedrückt, Bremsen getestet. Über den gesamten Innenhof waren die Fahrradklingeln zu hören.

Der Präsident des Kiwanis Clubs Fukuoka, Naofumi Sato, war glücklich.

„Die kambodschanischen Kinder haben sich sehr gefreut. Die Tatsache, dass wir mit unserem Projekt derartig große Erfolge erzielen konnten, hat unser Selbstvertrauen gestärkt“, sagt Sato.

Fahrräder, Fahrräder…  Fahrräder, um in die Schule zu fahren. Fahrräder, um Freunde zu besuchen. Fahrräder, um Erledigungen zu tätigen. Fahrräder für die Freizeit.

Fahrräder für Kinder.


 

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