MITGEFÜHL IN BÜCHERN FINDEN

Die Mission einer Frau führt dazu, dass eine durchsuchbare Datenbank mit Kinderbüchern voller Diversität und Vielfalt entsteht. 

Tura Foster Gillespie aus Arlington, Virginia, USA, bemüht sich mit ihrem Projekt „Teaching Cultural Compassion“ Achtsamkeit und Mitgefühl zu fördern. 

„Bevor wir andere Kulturen außer unserer eigenen wirklich kennen und schätzen lernen können, müssen wir zuerst lernen, alle Menschen mit Würde und Respekt zu betrachten“, schreibt sie auf ihrer Website (teachingculturalcompassion.com). 

Sie tut dies mit Bilderbüchern für Kinder. Während ihres Studiums am Wesley Theological Seminary in Washington, D. C., von 2013 bis 2016 arbeitete sie in einer Buchhandlung, um Geld für ihr Studium zu verdienen. Eines Tages, als sie als Ersatz für einen Kollegen während seiner Pause in der Kinderabteilung einsprang, traf sie auf eine Kundin, die „Teaching Cultural Compassion“ ins Rollen brachte. 

„Eine afroamerikanische Mutter kam auf mich zu, schaute mich verzweifelt an und fragte: ‚Haben Sie keine Bücher mit Kindern, die wie meine aussehen?‘“ 

Gillespie schaute gemeinsam mit der Kundin alle Kinderbuchtitel durch. Sie konnten lediglich zwei Bücher finden, die aus den 1960ern stammten. 

„Es gibt absolut keinen Grund dafür, dass ich 50 Jahre später nichts Besseres anzubieten hatte“, sagt Gillespie. „Das ist nicht okay.“ 

Sie machte es sich zu ihrer Aufgabe, hochwertige Kinder-Bilderbücher, in denen die Erlebnisse einer diversen Gruppe von Kindern gezeigt werden, ausfindig zu machen und die Titel dieser Bücher in einer durchsuchbaren Online-Datenbank zu ordnen. Heute umfasst diese Datenbank mehr als 1.000 Buchtitel, zu denen täglich weitere hinzukommen. Gillespie erklärt auf teachingculturalcompassion.com, warum diese inklusiven Geschichten so wichtig sind. 

„Kinder müssen sich selbst in den Büchern wiederfinden“, sagt sie. Sie müssen Kinderhelden in den Büchern sehen, die anders sind als sie selbst, damit wir alle die einzigartige Würde in der Menschheit, in uns selbst und im anderen erkennen. Wir möchten, dass unsere Kinder wissen, dass sie der Retter in der Not sein können. Sie sollen aber auch wissen, dass auch jemand, der nicht so aussieht wie sie, der Retter in der Not sein kann. Das Bewusstsein, dass ein anders als sie aussehender Mensch auch ein Held sein kann, hilft ihnen solche in ihrer Welt lebenden Menschen mit anderen Augen zu betrachten. Jeder kann der Retter in der Not sein.“ 

Laut Gillespie sind auch Erwachsene sehr an diesen Geschichten interessiert. Bilderbücher über Diversität können zudem förderlich sein, wenn es um die Einleitung schwieriger Gesprächsthemen wie Inklusion, Gerechtigkeit und Mitgefühl geht. 

„Bilderbücher sind der kleinste gemeinsame Nenner, was das Einfühlungsvermögen betrifft“, erklärt Gillespie. „Es ist viel einfacher, Mitgefühl für die Abbildung einer ‚andersartigen‘ Person in einem Bilderbuch zu entwickeln, da man sich nicht bedroht fühlt. Wenn man etwas aus der Sicht eines Kindes betrachtet, fällt es leichter, Mitgefühl aufzubringen, weil Kinder unvoreingenommen sind. Auch Erwachsenen, die Bilderbücher anschauen, fällt es leicht, Verständnis aufzubringen. Hier können noch viele wunderbare Dinge geschehen.“


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