Der Spirit des amerikanischen Westens

BERT WEST, KIWANIS-INTERNATIONAL-PRÄSIDENT 2022–2023, NIMMT DIE ZÜGEL IN DIE HAND.

GESCHICHTE VON TONY KNODERER
BILDER VON JULIA VANDENOEVER

Bert West wird von Freunden, Kollegen und Kiwanis-Mitgliedern sofort an einem besonderen Merkmal erkannt: seinem Hut. Ob bei Kiwanis-Versammlungen und -Kongressen oder bei seiner Arbeit als Manager einer Dachdeckerfirma in Colorado Springs, Colorado (USA) – der Cowboy-Hut zeichnet ihn als Mann des amerikanischen Westens aus.

Über den Hut wird die Verbindung zum Namen des Kiwanis-International-Präsidenten 2022–2023 hergestellt. Mit seinem Hut hebt sich Bert West von allen anderen ab.   

„Es ist etwas Einzigartiges und macht Spaß“, sagt West lächelnd. „Als ich vor kurzem in Europa gewesen bin, besuchte ich die Stadt Wien. Dort habe ich bestimmt 100 Bilder mit Leuten, die ich gar nicht kannte, gemacht.“ 

Diese Kombination aus Prominenz und persönlicher Note ist auch für Wests Erfolg verantwortlich — sowohl im Berufsleben als auch als Kiwanis-Mitglied. Eigentlich sind diese beiden Rollen für West miteinander verflochtene Teile seines Lebens, die sich gegenseitig ergänzen und verstärken. 

„Wenn ich über die geschäftliche Seite meines Lebens spreche, beziehe ich mich auf meine Kiwanis-Erfahrungen. Ich fordere die Menschen der Geschäftswelt auf, sich an gemeinnützigen Projekten zu beteiligen“, sagt West. „Wenn man etwas gemeinsam tut, ob es nun ein Pfannkuchen-Frühstück ist oder das Errichten eines Spielplatzes, spürt man eine Verbindung. Dieses Gefühl bekommt man nicht durch das Ausgeben einer Visitenkarte.“ 

Ständiger Begleiter 
West ist seit 34 Jahren Kiwanis-Mitglied im Kiwanis Club Ute Pass Woodland Park, Colorado. Mittlerweile ist Kiwanis ein Teil seiner Identität geworden – etwas, was er immer mit sich trägt. So wie seinen Hut.  

Oh, und dann ist da noch sein Hund.  

Es ist Ace the Wonder Dog, Wests schwarzer Labrador, Jagdgefährte und ständiger Begleiter.  

„Ich hatte schon immer einen Hund“, sagt West. „Es sind immer Labradorhunde gewesen. Ace ist einer dieser Hunde, die immer bei einem sind. Wir sind schon überall gewesen. Ich habe ihn sogar zur Arbeit mitgenommen.“ 

Ace ist vor kurzem zehn Jahre alt geworden und ist jetzt weniger im Einsatz. Im Leben von West und seiner Frau Sandy ist er jedoch sehr präsent. 

Wests Leben zeichnet sich durch Kontinuität aus. Er ist in Central Valley, Kalifornien, aufgewachsen und mit 16 Jahren ins Dachdeckergewerbe eingestiegen.  

„Jemand aus unserer Kirche hat mich gefragt, ob ich aushelfen möchte“, erinnert sich West. „Sicher!“, sagte ich. „Seit diesem Tag bin ich in diesem Gewerbe tätig. Ich gebe wohl nicht so leicht auf.“ 

Dieser Moment verschaffte ihm einen Arbeitsplatz, und dieser wiederum führte über die Jahre hinweg zu immer höheren Positionen im Dachdeckergewerbe. West verfolgt seine Großhandelskarriere in Colorado, wohin er mit seiner Familie – einschließlich seiner zwei Töchter Megan und Lauren – 1995 zog. Bert und Sandy leben heute in der Stadt Divide. 

Aus Erfahrung lernen
West trat dem Kiwanis Club Woodlake, Kalifornien, im Jahr 1988 bei. Es war ein neu gegründeter Club und West das erste Gründungsmitglied sowie der erste Präsident. Er war erst 24 Jahre alt, aber mit seinem Beitritt wurde er zum Mitglied in dritter Generation.  

Es begann mit Wests Großvater, Ernie Korte, Kiwanis-Mitglied seit 1940 und Governor 1977–1978 des Distrikts Kalifornien-Nevada-Hawaii. 

„Es war ein kleiner Ort und jeder kannte mich“, sagt West. „Selbstverständlich sagte man sich: ‚Ernies Enkelsohn ist hier – wir werden ihn fragen, ob er Mitglied werden möchte.‘“

West ist trotz vieler Umzüge über die Jahre Mitglied geblieben. Er hatte mehrere Führungspositionen inne, war Präsident von drei Clubs, unter anderem in drei Amtszeiten im Kiwanis Club Ute Pass Woodland Park. Und er diente zwei Amtszeiten lang als Divisions-Lieutenant-Governor sowie für eine Amtszeit als Governor des Distrikts Rocky Mountain. 

Über Zoom steht er in Verbindung mit dem Kiwanis Club Woodlake, Kalifornien, in dem er in all den Jahren Mitglied geblieben ist. 

Die richtige Entscheidung 
Auch die Kinder von West sind heute Kiwanis-Mitglieder. Seine ältere Tochter Megan ist die diesjährige Präsidentin des Kiwanis-E-Clubs Louisiana-Mississippi-West-Tennessee. Wests generationsübergreifendes Engagement geht über seine eigene Familie hinaus. 

„Ich besuchte einen Kiwanis Club und ein Herr sprach davon, sein Kind zu einer Versammlung mitzubringen und gemeinsam mit ihm die Glocke zu läuten“, sagt er. „Ich war zu tiefst berührt und erinnerte mich daran, dass Kinder die wichtigsten Menschen sind, auf die wir einwirken können.“ 

Aus diesem Grund nimmt K-Kids für West eine besondere Stellung ein. Seine Ziele für 2022–2023 beinhalten die Gründung von 250 neuen K-Kids-Clubs. 

„Kinder sind Kinder“, sagt er. „Sie spielen gerne und haben Spaß miteinander, egal ob in Europa, auf den Philippinen oder in Divide, Colorado. K-Kids-Clubs zeigen den Kindern, dass sie die Möglichkeit haben, gemeinsam und überall etwas zu bewirken.“ 

Die Herausforderung, der Führungskräfte wie West gegenüberstehen, ist zu wissen, wie man lokalen Clubs dabei helfen kann, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen. Sein eigener Club ist z. B. deshalb erfolgreich, weil die Mitglieder wissen, wie sie ihre Ziele auf die Gemeinde abstimmen können. 

„Wir werden niemals eine Spendensammlung von 10.000 USD anstreben. So etwas funktioniert einfach nicht in einer ländlichen Gemeinde“, sagt er. „Was wir jedoch haben, ist eine tiefe Verbindung zu der gesamten Gemeinde.“ 

Wests Mitgliedschaft in einem ländlichen Club erinnert ihn daran, dass, während viele Kiwanis-Mitglieder von einer bestimmten Leidenschaft – einem Programm, Projekt oder etwas anderem – angetrieben werden, die lokalen Umstände oft ausschlaggebend dafür sind, wie sie vorgehen.  

„Es gibt einen Unterschied zwischen Leidenschaft und Perspektive“, sagt er. „Meine Perspektive ist total anders als die einer Person in Manila. Ich habe keine Ahnung, was in der Innenstadt von Chicago oder in Auckland, Neuseeland, gebraucht wird. Das wissen die Leute dort selbst besser.“ 

Auf internationaler Ebene, fügt er hinzu, sollte jede Entscheidung einer Führungskraft von Kiwanis „gut für alle sein. Wenn dem nicht so ist, ist es eine schlechte Entscheidung. Sie muss sowohl für Colorado als auch für Kuala Lumpur gut sein. Wenn sie nicht gut für beide ist, dann ist sie auch nicht gut für Kiwanis.“


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