Weihnachtsbaum-Schlagen

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Kiwanier im US-Bundesstaat Washington schlagen und verkaufen Weihnachtsbäume. Mit dem Erlös aus diesem Verkauf werden lokale Stipendien finanziert.

Geschichte und Bilder von Curtis Billue

Nördlich von Cle Elum, Washington, entlang der alten Mining Road #5, wachsen die unterschiedlichsten Arten von Tannenbäumen. Edel-, Silber- und Felsengebirgstannen bevorzugen höhere Lagen. In den weiter unten gelegenen Gebieten stapeln sich Küsten- und Douglastannen neben einer Gruppe von gut gelaunten Kiwanis-Mitgliedern. Nicht einmal die dunklen Regenwolken, die am Himmel aufgezogen sind, können die gute Stimmung trüben.

Hartwig Vatheuer, Jean Cicognani und Dave Bridgeman durchqueren das holprige Gelände. Man kann den Gesang der Männer, ihre Scherze und ihr Gelächter – alles in verschiedenen Sprachen –, vermischt mit den von einem Lärchenbaum herunterfallenden Regentropfen, und das Geräusch einer Kettensäge im Hintergrund hören.

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Vatheuer, ein pensionierter Förster mit 30 Jahren Erfahrung, kennt das Cle-Elum-Ridge-Gebiet wie seine Westentasche. Er navigiert durch das dichte, ockerfarbene Brombeergestrüpp, vorbei an schwarz verfaulten Stämmen, bis er auf eine geeignete Douglastanne stößt. Er begutachtet den Baum und wirft mit Zahlen und Maßen um sich, die sich wie ein Geheimcode anhören: „Wir brauchen fünf, die höher als 16 sind, elf für die Kirche und neun für zu Hause.“

Diese Tanne ist zwar klein, aber sie ist eine Schönheit. Der Kiwanis Club hält sich beim Verkauf der Weihnachtsbäume an das Motto „Ein Baum für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel“.

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Sehen Sie sich ein Video über die Kiwanier in Washington und ihren Baumverkauf an.


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Mit viel Liebe

Die Menschen kommen gerne zu dieser Verkaufsstelle in Cle Elum, Washington, um einen Weihnachtsbaum von den Kiwaniern zu kaufen – mittlerweile eine Tradition.

Geschichte und Bilder von Nicole Klauss

Jedes Jahr opfern Mitglieder vom Kiwanis Club Cle Elum, Washington, im Dezember ihre Wochenenden, um den Menschen bei einer sehr wichtigen Entscheidung zu helfen. Es geht darum, den perfekten Weihnachtsbaum zu finden. Er darf nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig sein. Er sollte weder zu dünn noch zu breit sein – es muss perfekt sein!

Der Verkauf von Weihnachtsbäumen, hier an der First Street, ist in der etwa 1.900 Einwohner großen Gemeinde zu einer traditionellen Spendenaktion geworden. Die Kunden kaufen Weihnachtsbäume für ihre Geschäfte, Kirchen, Gärten und Wohnungen. Sowohl die einen Meter großen „Charlie Brown“-Fichten als auch die sechs Meter großen Edeltannen sind von den Kiwaniern im Okanogan-Wenatchee National Forest geerntet worden.

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Laut Hartwig Vatheuer liegt bei der Eröffnung des Verkaufsgeländes manchmal schon Schnee. Die Leute treffen mit einem Becher heißer Schokolade oder Kaffee ein, um sich die Hände zu wärmen, während sie zwischen den Bäumen umherlaufen. An den Wochenenden läuft der Verkauf auf Vertrauensbasis. Die Leute suchen sich ihren Baum aus und hinterlegen das Geld neben der Tür des Geschäfts für Landwirtschafts- und Haushaltsbedarf.

„Vor vielen Jahren gab es ein einziges Mal den Fall, dass ein Kunde nicht bezahlt hat. Es handelte sich um eine Frau, die später von der Polizei aufgegriffen wurde, als sie aus einer Bar herauskam und den Weihnachtsbaum hinter sich herzog“, sagt Vatheuer. „Sie erhielt eine Vorladung und wir bekamen unseren Baum am nächsten Tag von der Polizei wieder zurück.“

An den Wochenenden zählen die Kiwanier, wie viele Bäume verkauft worden sind, und ergänzen den Bestand dementsprechend. Dann starten sie den Verkauf und versammeln sich um ein tragbares Heizgerät, das auf einem Anhänger steht. Sie erzählen sich Geschichten und warten auf Kundschaft.

Libby MacFarland und ihr Ehemann Jaime kamen letzten Dezember vorbei, um einen kleinen Baum für die Festtage zu kaufen. Das Ehepaar war ein paar Monate vor den Feiertagen von Iowa nach Washington umgezogen.

„Wir haben schon seit langer Zeit keinen echten Weihnachtsbaum mehr geschmückt“, sagt Libby. „Unser künstlicher Weihnachtsbaum ist noch eingelagert“, fügt sie hinzu. „Ich habe sehr viel handgemachten Baumschmuck, der teilweise über 40 Jahre alt ist.“

Susan Black kauft ihre Bäume gewöhnlich vom Club, wobei sie in den letzten zwei Jahren ihren eigenen Weihnachtsbaum gefällt hat. Auch sie ist wiedergekommen, um einen Baum zu kaufen.

„Wir verzieren den Baum mit Lichtern und Baumschmuck“, sagt Black. „Einige Teile haben wir schon seit vielen Jahren. Jedes Jahr kaufen wir noch ein paar neue dazu. Unsere Kinder haben, als sie klein waren, viele Teile zum Anhängen gebastelt. Die meisten sind jedoch gekauft.“

Die Leute kaufen jedoch nicht nur einen Weihnachtsbaum von Kiwanis. Mit ihrem Kauf machen sie ihrer Gemeinde gleichzeitig auch ein Geschenk. Die Weihnachtsbäume kosten zwischen drei und 80 US-Dollar. Mit dem Erlös werden Jugend- und Gemeindeprojekte unterstützt.

„Wir verwenden jährlich mehrere tausend Dollar für Stipendien an Schulabsolventen“, sagt das Kiwanis-Mitglied Larry Scholl. „Manche Stipendien werden für eine Dauer bis zu vier Jahren gewährt.“

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