Verbesserung der Sicherheit im Internet für Kinder

Der Schutz unserer Kinder vor Gefahren im Internet hat höchste Priorität.

Als die Weltgesundheitsorganisation COVID-19 offiziell zur Pandemie erklärte und weltweit der Übergang zu Homeoffice und Fernunterricht erfolgte, ergaben sich damit für Online-Kriminelle ganz neue Möglichkeiten, auf Tastendruck Kontakt zu einer großen Zahl an Kindern, Tweens und Teenagern aufzunehmen. 

Titania Jordan

Laut Titania Jordan, Chief Marketing Officer und Elterninformationsbeauftragte bei Bark, einem digitalen Tech-Unternehmen, haben Online-Verbrechen seit Beginn der Pandemie stark zugenommen. „Wir machen die Eltern auf die Gefahren, die im Internet lauern, aufmerksam und senden 23 % mehr Warnungen vor Internet-Verbrechen aus“, sagt Jordan. 

Der zusätzliche Stress hat es außerdem den Eltern erschwert, die Aktivitäten ihrer Kinder zu überwachen – und das in einer Zeit, in der diese mehr und öfter im Internet unterwegs sind als je zuvor. Im April, Mai und Juni 2020 registrierte die kanadische Polizei in mehreren Regionen eine Zunahme an Meldungen über sexuelle Ausbeutung von Kindern. Auch die Meldungen verbrecherischer Aktivitäten an das National Center for Missing & Exploited Children in den Vereinigten Staaten nahmen in diesen Monaten um 81 % zu. 

Nevin Markwartz

Laut Nevin Markwartz, Leiter der Sicherheit in der Informationstechnik bei FutureVault, einem Unternehmen für virtuelle Sicherheit, haben die Gefahren auch nach einem Jahr nicht abgenommen. 

„Wir leben in einer neuen Welt. Die Gesellschaft hat sich verändert. Unsere Lebensumstände des Jahres 2020 werden wahrscheinlich nachhaltige Auswirkungen auf uns haben.“ 

Was sollte man als Erwachsener tun, wenn man beunruhigt ist? Hier einige Antworten: 

Aktivieren Sie Funktionen für elterliche Kontrolle. Ihre Kabel-, Internet- und Handyanbieter bieten Ihnen höchstwahrscheinlich die Möglichkeit, die Inhalte und Funktionen zu begrenzen, auf die Ihre Kinder Zugriff haben. Auch die meisten populären Social Media Apps können entsprechend konfiguriert werden. Anleitungen erhalten Sie von den jeweiligen Anbietern. Sie können auch den Namen des Service oder der App zusammen mit dem Begriff „Kindersicherung“ in eine Suchmaschine eingeben. Ziehen Sie außerdem die Nutzung eines Überwachungsprogramms in Erwägung, das die Aktivitäten Ihres Kindes nachverfolgt und Sie wenn notwendig auf Probleme aufmerksam macht. 

Vergessen Sie nicht, grundlegende Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Eine der häufigsten Internetgefahren ist das Phishing. Dabei sendet der Internetbetrüger eine E-Mail von einer scheinbar vertrauten Website oder Mailadresse. Irgendwo in der E-Mail befindet sich ein schädlicher Link, der angeblich zu Kontoinformationen, einem Preisnachlass, einem Gewinnspielpreis, einem lustigen Video oder anderen verlockenden Angeboten führt. Wenn Ihr Kind den Link anklickt, wird eine Website geöffnet, die Schadsoftware auf Ihr Gerät herunterlädt. Mithilfe dieser Schadsoftware kann der Betrüger jeden Tastendruck nachvollziehen, Ihre Passwörter ausspionieren und im Internet Ihre Konten einsehen. Unter Umständen kann er auch Ransomware installieren, die Ihnen den Zugriff auf Ihren Computer versperrt, bis Sie Lösegeld an ihn gezahlt haben. 

Markwart schlägt vor, den Kindern die grundlegende „Internethygiene“ beizubringen, genauso wie man sie lehrt, sich die Hände zu waschen und die Zähne zu putzen. Betonen Sie, wie wichtig es ist, keine Links anzuklicken, ohne zuvor zu überprüfen, dass sie auch auf die richtige Seite verweisen (einfach den Cursor über den Link bewegen, um die Zieladresse einzusehen). Passwörter sollten sie nur mit ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten teilen. 

Erkundigen Sie sich, wie „Kinderjäger“ vorgehen. Ähnlich wie in der realen Welt „bearbeiten“ diese auch online ihre Opfer, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Beim Chatten geben sie vor, im gleichen Alter zu sein, oder stellen sich als vertrauenswürdige Erwachsene dar. Sie versuchen dem Kind oder Jugendlichen persönliche Details von sich selbst und von Familienmitgliedern zu entlocken, ihm Bilder zu schicken oder sich persönlich mit ihm zu treffen. 

Führen Sie mit Ihrem Kind offene, altersgerechte Gespräche. Betonen Sie, dass das Internet zwar viele Vorteile hat, jedoch auch viele Gefahren mit sich bringt – genau wie das wirkliche Leben. „Jüngere Kinder sind eventuell nicht in der Lage, dieses Konzept zu erfassen“, sagt Jordan. „Sie können sich jedoch ein Bild von einem Betrüger machen.“ 

Fremde stellen nicht die einzige Gefahr dar. Vergessen Sie nicht die am häufigsten auftretende Gefahr durch das Internet: das Cyber-Mobbing von Menschen, die die Kinder bereits kennen. L1ght – ein Unternehmen, das künstliche Intelligenz einsetzt, um Webhosts zu helfen, gefährliche Posts und Aktivitäten ausfindig zu machen und zu beseitigen – hat eine Studie veröffentlicht, die belegt, dass das Aufkommen von Hatespeech unter Kindern und Teenagern im Frühjahr 2020 um 70 % gestiegen ist. 

Achten Sie auf Warnsignale. Schläft oder isst Ihr Kind mehr oder weniger als sonst? Haben sich seine schulischen Leistungen verschlechtert? Nimmt Ihr Kind nicht mehr an Aktivitäten teil, die ihm sonst Spaß gemacht haben? Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind wütend, traurig oder unruhig ist – besonders während es Technologien nutzt? Hängt es lange am Telefon oder verwehrt es Ihnen den Blick auf den Bildschirm? Verzieht sich das Kind öfter mit dem Handy oder Laptop in seinem Zimmer? Diese Zeichen könnten darauf hindeuten, dass etwas Ihrer Aufmerksamkeit entgeht. 

Seien Sie präsent. Sprechen Sie Ihr Kind nicht nur an, sondern unterhalten Sie sich mit ihm. Doch Jordan warnt: „Mit der Einstellung ‚Du machst das jetzt so, weil ich es sage‘ werden Sie wahrscheinlich nicht sehr weit kommen. Besser wäre es, dem Kind zu sagen: ‚Lass uns gemeinsam schauen, wie du die Technologie am besten nutzen kannst. Mama und Papa haben einige Bedenken und Fragen, und wenn wir uns gemeinsam damit beschäftigen, kommst du viel weiter.‘“ 

Auch wenn Sie sich nicht für Online-Spiele interessieren, sollten Sie Ihrem Kind doch dabei zusehen. Fragen Sie nach der Handlung sowie dem Spielprinzip und danach, welche Stufen erkundet werden können und mit wem Ihr Kind chattet. 

„Sie würden Ihren Zweitklässler ja auch niemals vor der Grundschule absetzen, ohne sich zuvor das Gebäude angeschaut zu haben“, sagt Jordan. „Sie können Ihr Kind nicht Minecraft, Roadblock oder ein beliebiges anderes Spiel spielen lassen, ohne sich einmal danebenzusetzen und zuzuschauen.“    


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